Handwerk lohnt sich!

March 19, 2013 9:36 am

– mit diesem aktuellen Motto der Imagekampagne des Deutschen Handwerks begrüßte Johannes Schwarz, Vizepräsident der Handwerkskammer Kassel, rund 200 Gäste aus Nord,- Ost- und Mittelhessen, die zur „Ehrung der Besten“ in den Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen nach Kassel gekommen waren. „Dieser Slogan steht für die Werte, die uns als Handwerk auszeichnen, die Qualifizierung unserer Auszubildenden und Mitarbeiter, die Qualität unserer Arbeit und die daraus resultierende Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe“, so Schwarz weiter. In diesem Sinn sei eine Ausbildung im Handwerk immer eine gute Entscheidung. „Sie ist die solide Basis für ein erfolgreiches Berufsleben.“
Mit der „Ehrung der Besten“ zeichnet die Handwerkskammer die Kammer-, Landes- und Bundes-sieger des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks, die besten Meisterprüfungen und die erfolgreichsten Absolventen von Fortbildungsprüfungen aus. Insgesamt 54 Prüfungsbeste in diesem Jahr. Der Preis für die beste Gesellenprüfung im Kammerbezirk ging an Florian Grau (Mar-burg), der seine Ausbildung zum Zimmerer bei der Firma Fachwerksanierung F.H.G. in Marburg absolviert hat. Mit dem Wissenschaftspreis der Handwerkskammer Kassel 2012 wurde Katrin Bock ausgezeichnet. Der Berufspädagogin, die an der Universität Kassel studiert hat, wurde der Preis für ihre Diplomarbeit „Ansatz zur Förderung des Interesses an Technik bei Mädchen“ verliehen.
„Eine Karriere im Handwerk lohnt sich heute in jedem Fall“, erklärte der Vizepräsident, denn für qualifizierte Fachkräfte biete der Arbeitsmarkt beste Aussichten, und die Chancen, sich erfolgreich selbstständig zu machen, seien so groß wie lange nicht mehr. Das hänge sowohl mit dem demo-grafischen Wandel als auch mit der Entwicklung der Märkte zusammen. „Die demografische Entwicklung wird schon mittelfristig dazu führen, dass immer mehr Betriebe eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger suchen werden.“
In den vergangenen Jahren hätten sich aber auch Zukunftsmärkte für das Handwerk entwickelt und verfestigt. Als Stichworte nannte Schwarz die Energieeinsparung, die regenerativen Techniken und die Elektro-Mobilität. Allein in diesen Bereichen prognostiziert das Volkswirtschaftliche Institut an der Universität Göttingen für die beteiligten Handwerksbranchen Umsatzpotenziale von rund 60 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020. Weiter führe die demografische Entwicklung zu einem verstärkten Bedarf an barrierefreien Wohn- und Lebensräumen, einem größeren Bedarf an Dienstleistungen und altersgerechten Produkten, einem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis und höheren Komfortansprüchen. Das seien Märkte, die sich das Handwerk heute und in Zukunft gewinnbringend erschließen könne. „Wer also unsere Zukunft aktiv mitgestalten will, ist im Handwerk bestens auf-gehoben“, so Schwarz.
Konkret zum Thema „Erfolgreich im Handwerk“ wurde es dann bei der Podiumsdiskussion. Von HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch befragt, berichteten Kfz-Mechatronikerin Franziska Neubert (Kassel), Michael Porst, Geschäftsführer der Wulf Isenberg GmbH & Co. (Twistetal) sowie Lutz Schell-Peters, Leiter der Werkakademie für Gestaltung Hessen, von ihren ganz persönlichen Karrierewegen. Über Trends und neue Märkte informierte Dr. Klaus Müller, Geschäftsführer des Volks-wirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk (Göttingen).
Auf die Vielfalt der Aufstiegsfortbildung im Handwerk hatte zuvor auch Schwarz hingewiesen. „Neben dem Meisterbrief bieten wir mit unserer Fort- und Weiterbildung zahlreiche Möglichkeiten der Spezialisierung auf ganz unterschiedlichen Gebieten an.“ Darüber hinaus öffne eine Handwerkslehre heute auch die Tür zum Studium. Der Vizepräsident appellierte deshalb auch an die jungen Handwerkerinnen und Handwerker: „Bleiben Sie am Ball! Bilden Sie sich fort! Machen Sie sich selbstständig! Das Handwerk braucht Sie nicht nur, es lohnt sich auch!